Todestage und Familienkalender
Der Jahrestag
Ein Todestag erinnert am wiederkehrenden Datum des Todes an einen bestimmten Menschen. Er kann mit Opfergaben zu Hause, einem Besuch an der Ruhestätte oder einer religiösen Feier begangen werden. Der chinesische Begriff jiri (忌日) bezeichnet dieses Gedenkdatum.
Das Jiali, die Familienrituale, das traditionell mit dem Denker Zhu Xi aus der Song-Zeit verbunden wird, räumt den Todestagen neben jahreszeitlichen Ahnenopfern und Grabbesuchen einen eigenen Platz ein. Bei der darin vorgeschriebenen Zeremonie wird ein einzelner Platz für den Verstorbenen vorbereitet, die ihn bezeichnende Seelentafel hervorgeholt und werden Opfergaben dargebracht. Die Teilnehmenden tragen gedeckte Kleidung, und die Wiederkehr des Datums gibt Anlass zu erneuter Trauer. Diese Anweisungen beschreiben ein konfuzianisches Ritualideal, keine von jedem Haushalt befolgte Zeremonie.
Das jährliche Gedenken unterscheidet sich von Bräuchen, deren Termine von einem kürzlich eingetretenen Todesfall aus weitergezählt werden. In manchen chinesisch-buddhistischen Traditionen bilden die ersten 49 Tage eine Gedenkzeit aus sieben Abschnitten zu je sieben Tagen. Angehörige können während dieser Zeit buddhistische Texte oder den Namen des Buddha rezitieren und für den Verstorbenen wohltätig spenden, auch an den Tagen zwischen den Feiern an jedem siebten Tag. Diese Riten werden vom Tod aus berechnet und nicht nach einem jährlich wiederkehrenden Monat und Tag.
Die Wahl des Kalenders
Ausgangspunkt ist das Todesdatum, wie es der Familie mitgeteilt und von ihr festgehalten wurde. Bewahren Sie das ursprüngliche Dokument oder den Wortlaut, den verwendeten Kalender und ein gegebenenfalls entsprechendes gregorianisches Datum auf. Das Datum der Trauerfeier, der Beisetzung oder einer späteren Gedenkzusammenkunft sollte einen eigenen Eintrag erhalten, statt das Todesdatum zu ersetzen.
Ein Jahrestag nach dem Mondkalender wiederholt den Mondmonat und den Mondtag. Ein gregorianischer Jahrestag wiederholt den gregorianischen Monat und Tag. Wird das ursprüngliche Monddatum einmal in ein gregorianisches Datum umgerechnet und dieses anschließend jährlich wiederholt, entsteht ein gregorianischer Jahrestag. Die Wiederkehr nach dem Mondkalender bleibt dadurch nicht erhalten. Dieser Unterschied ergibt sich aus der lunisolaren Struktur des chinesischen Kalenders: Monate haben 29 oder 30 Tage, und Schaltmonate verändern die Abfolge der Daten gegenüber dem gregorianischen Jahr.
Drei getrennte Einträge erleichtern die Pflege eines Familienkalenders:
| Eintrag | Was er bewahrt |
|---|---|
| Ursprüngliches Ereignis | Name und Todesdatum der Person, einschließlich Kalenderjahr und gegebenenfalls Schaltmonatskennzeichnung |
| Wiederholungsregel | Ob der Jahrestag dem Mondkalender oder dem gregorianischen Kalender folgt, einschließlich eines vereinbarten Ersatzes für ein nicht vorhandenes Datum |
| Gedenken in diesem Jahr | Tatsächlicher Tag und Ort der Zusammenkunft, des Besuchs oder der religiösen Feier, einschließlich praktischer Terminverschiebungen |
Ein Datum in einem Schaltmonat benötigt seine Schaltkennzeichnung. Ein Jahrestag, der zu einem regulären Monat gehört, bleibt im regulären Monat, wenn ein Schaltmonat dieselbe Nummer wiederholt. Bei einem Todesfall in einem Schaltmonat braucht die Familie eine Regel für Jahre ohne diesen Monat. Auch der dreißigste Mondtag kann fehlen, wenn der entsprechende Monat nur 29 Tage hat. Der Kalender zeigt die vorhandenen Daten, während die Praxis des Haushalts den Ersatztermin für das Gedenken bestimmt. Für einen gregorianischen Jahrestag am 29. Februar muss in Jahren ohne dieses Datum ebenfalls ein Gedenktag gewählt werden. Eine Familie muss für Geburtstage und Totengedenken nicht dieselben Regeln verwenden.
Fehlt in einer älteren Notiz das Jahr oder eine Schaltmonatskennzeichnung, bewahren Sie diese Unsicherheit. Ein etablierter Jahrestag kann im Familienkalender verbleiben, auch wenn sich das ursprüngliche Ereignis noch nicht rekonstruieren lässt.
Besuche und gemeinsames Erinnern
Zu einem Besuch am Jahrestag an einem Grab oder in einem Kolumbarium können die Pflege der Ruhestätte und das Mitbringen von Opfergaben gehören, mitunter Speisen, die der verstorbene Mensch gern mochte. Zu Hause kann sich eine Familie vor einem Foto oder einer Gedenktafel versammeln, Opfergaben darbringen und an gemeinsame Erlebnisse erinnern.
Die Form des Gedenkens hängt von religiösen und familiären Praktiken ab. Manche Haushalte verbrennen Papieropfergaben; andere bevorzugen Blumen und Obst, Gebete oder stilles Erinnern. Zu buddhistischen Gedenkfeiern können Rezitation und wohltätiges Geben gehören, wobei der spirituelle Nutzen dieser Handlungen dem Verstorbenen gewidmet wird. Diese Entscheidungen sind von der Kalenderregel für den Jahrestag getrennt.
Angehörige können eine Zusammenkunft in die Nähe des Jahrestags legen, wenn Reisen oder andere Verpflichtungen den genauen Tag erschweren. Werden beide Daten im gemeinsamen Kalender festgehalten, bleibt der Jahrestag erhalten und die praktische Planung zugleich eindeutig. Qingming ist ein eigener jahreszeitlicher Anlass des Ahnengedenkens; eine Familie kann daher neben dem Zusammentreffen im größeren Kreis zu Qingming auch einen privaten Todestag begehen.