Das Fest des Kalten Essens und seine Beziehung zu Qingming

Hanshi und Qingming

Hanshi (寒食) bedeutet „Kaltes Essen“. Sein charakteristischer Brauch war eine vorübergehende Einschränkung des Feuermachens, weshalb Speisen vorher zubereitet oder ohne frisches Kochen gegessen werden mussten. Es wurde eng mit der Frühlingszeit der Ausflüge und des Ahnengedenkens verbunden. Qingming bezeichnet sowohl einen Jahresabschnitt als auch ein Fest, während Hanshi ein zeitlich benachbarter Anlass mit eigener Geschichte ist.

Zeitpunkt und Dauer des Festes des Kalten Essens veränderten sich im Laufe der Zeit. Zong Lins Jingchu Suishi Ji aus dem sechsten Jahrhundert, ein Bericht über jahreszeitliche Bräuche in der Region des mittleren Yangtze, setzt es 105 Tage nach der Wintersonnenwende an und beschreibt drei Tage ohne Feuer. Der mit dem Text überlieferte Kommentar erörtert andere Zählweisen. In der Hauptstadt der Nördlichen Song bildeten die Vorbereitungen, das Kalte Essen und Qingming eine zusammenhängende Festzeit.

Historischer BerichtBeschreibung der Festzeit
Jingchu Suishi JiDas Fest des Kalten Essens wird von der Wintersonnenwende aus gezählt und umfasst ein dreitägiges Feuerverbot.
Dongjing Menghua Lu, Band 7Ein Tag zur Speisenzubereitung vor dem Kalten Essen; Qingming wird als dritter Festtag mit Grabbesuchen und Ausflügen bezeichnet.

Die enge zeitliche Nachbarschaft dieser Anlässe trug dazu bei, ihre Bräuche zusammenzuführen. Grabbesuche, Frühlingsausflüge und vorbereitete Speisen wurden Bestandteile einer gemeinsamen Festzeit, während das Feuerverbot seine frühere Bedeutung verlor. Ein moderner Kalender kann Hanshi am Tag vor Qingming verzeichnen, doch diese eintägige Bezeichnung beschreibt nicht alle historischen Ausprägungen.

Die Geschichte von Jie Zitui

Die bekannteste Erklärungssage handelt von Jie Zitui, einem Gefolgsmann des späteren Herzogs Wen von Jin. In ihrer vertrauten späteren Form zieht sich Jie mit seiner Mutter auf einen Berg zurück. Ein Feuer, das ihn zum Herauskommen zwingen soll, tötet ihn stattdessen; aus Reue erlässt der Herrscher ein Feuerverbot. Die Geschichte stellt Treue, den Rückzug aus dem öffentlichen Leben und verspätetes Gedenken in den Mittelpunkt des Festes.

Die frühere Darstellung im Zuo Zhuan weicht davon ab. Jie lehnt den Wettstreit um Belohnungen nach der Rückkehr des Herrschers an die Macht ab, zieht sich mit seiner Mutter zurück und stirbt in Abgeschiedenheit. Weil der Herrscher ihn nicht finden kann, bestimmt er Mianshang zur Erinnerung an Jies Tugend und sein eigenes Versagen. Diese Fassung enthält keinen Bergbrand. Die spätere Sage vom Tod im Feuer muss deshalb von der früheren Rückzugsgeschichte unterschieden werden.

Für die Festzeit vorbereitete Speisen

Der Verzicht auf frisches Kochen machte die Vorbereitung wichtig. Die Speisen mussten einen Haushalt durch die feuerlose Zeit bringen, und Festmärkte lieferten besondere Gerichte ebenso wie alltägliche Vorräte. In der Hauptstadt der Nördlichen Song wurden zu dieser Zeit Kuchen und Milchspeisen verkauft. Vor dem Kalten Essen fertigte man außerdem schwalbenförmige Figuren aus Mehlteig an und befestigte sie aufgereiht an Weidenzweigen.

Qingtuan, grüne Klebreiskuchen, bleiben mit der umfassenderen Qingming-Speisentradition verbunden. Ihre Farbe und ihr Geschmack können von Beifuß stammen, der in den Teig gemischt wird. Diese saisonalen Kuchen werden weiterhin zubereitet und geteilt, auch wenn ein Haushalt kein Feuerverbot mehr beachtet.

1–2100 n. Chr.

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